Während der Stützbeinphase lastet das gesamte Körpergewicht des Pferdes auf der Gliedmaße. Auf den Huf wirken so
beachtliche Druck- und Zugbelastungen. Ist der Huf unregelmäßig, also asymmetrisch, sind einzelne Abschnitte stärkeren Belastungen ausgesetzt und die Stoßkräfte können zu Frakturen des Hufbeines führen. Auch auf den Huf
einwirkende Traumata (uneben Böden, Steine) können Ursache für diese Verletzung sein.
Frakturformen:
Fraktur des Streckfortsatzes
hier ist die Ansatzstelle des gemeinsamen Zehenstreckers betroffen
Fraktur des Hufbeinastes mit oder ohne Gelenkbeteiligung
Chip-Fraktur des Hufbeines, sie treten meist im Zehenbereich auf
Sagittale Trümmerfrakturen des Hufbeines, mehrere Frakturlinien sind erkennbar, das Hufgelenk ist betroffen
Anzeichen:
Akute, anhaltende Lahmheit, Entlastung der betroffenen Gliedmaße. Hochempfindliche
Reaktionen auf das Abtasten mit der Zange.
Diagnose:
erfolgt immer anhand von Röntgenaufnahmen, die verschiedene Ebenen darstellen (dorsopalmar, lateromedial, dorsolateral-palmaromediale und
dorsomedial-palmarolaterale Schrägaufnahme).
Heilungschancen:
Für Frakturen ohne Gelenkbeteiligung günstig, wenn die erforderlichen Maßnahmen strikt eingehalten werden.
Strahlbeinfrakturen:
Treten aus als Folge von Podotrochlose (Strahlbeinlahmheit) oder einer traumatischen Schädigung. Unterschieden werden Chip-Frakturen, einfache und Trümmerfrakturen.
Durch heftige
Erschütterung kann das Strahlbein (os sesamoideum distale) frakturieren. Eine Vorschädigung des Strahlbeins durch Demineralisierung der Knochensubstanz kann negativ wirken. Den permanenten Erschütterungen kann der
Knochen nicht standhalten und frakturiert.
